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Reportascha da Nina Gansner ord il "Schweizer Jäger" 04/21

EDITORIAL

Wolf im Schafspelz


Geschätzte Leserinnen und Leser

Nein, leider ist sie kein Aprilscherz – die «Initiative für eine naturverträgliche und ethische Jagd», welche am 13. Juni 2021 im Kanton Graubünden vor das Volk kommt. Kein Scherz, sondern voller Ernst! Und auch wenn der Wortlaut der Initiative mit den Schlagwörtern «naturverträglich» und «ethisch» sehr sympathisch klingt, steht nichts anderes dahinter, als die Jagd anzugreifen und schrittweise abzuschaffen – ein echter «Wolf im Schafspelz»! Die Annahme der Initiative, gerade im traditionsreichen Jagdkanton Graubünden, wäre ein Volltreffer für den Verein «Wildtierschutz Schweiz» mit grosser Signalwirkung für die ganze Schweiz.

Die Bündner Kantonsregierung sowie das Parlament haben sich klar gegen die Initiative ausgesprochen, weil diese ein jagdkritisches Fundament hat: «Sie richtet sich grundlegend gegen die Jagd als Institution. Im Ergebnis stellt die Initiative das heutige Jagdsystem in seinen Grundfesten in Frage, verfehlt aber gleichzeitig die eigenen Ziele des Tierschutzes.»

Die Initianten wissen aber ganz genau, wie man auf Stimmenfang geht. Die Aussage «Jagdabschaffung» wird von ihnen vermieden. Und obwohl es um eine eigentliche Jagdabschaffungsinitiative geht, werben sie mit einem «JA zur Bündner Jagd», um nach eigenen Aussagen «die Bündner Jagd zu modernisieren und revolutionieren». Die Initiative des Vereins Wildtierschutz Schweiz unterstützt zum einen die Gegner der Sonderjagd, deren Initiative im Mai 2019 vom Bündner Stimmvolk abgelehnt wurde. Sie geht aber noch weiter und will «die veralteten und überholten, tierquälerischen Jagdmethoden im Kanton Graubünden abschaffen», heisst es in einer Mitteilung. Ich muss dabei wohl kaum erwähnen, dass der genannte Verein auch die Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes im Herbst 2020 offensiv bekämpft hat.

Die Jagd steht einmal mehr stark unter Beschuss – und der Kampf wird in der Öffentlichkeit ausgetragen. Genau darum ist es umso wichtiger, dass die Jägerschaft geschlossen auftritt und für ihre Passion einsteht! Wie es sich bereits mehrfach gezeigt hat, ist es oft schwierig, in einer hoch emotional geführten Diskussion stets sachlich zu argumentieren und sich nicht provozieren zu lassen.

Der Jagd-Kodex von JagdSchweiz als Philosophie der Schweizer Jägerinnen und Jäger umschreibt die Jagd als verantwortungsvolle Betätigung für die Natur: «Jägerinnen und Jäger haben einen öffentlichen Auftrag und leisten einen wertvollen Beitrag für die Flora und Fauna unseres Landes. Wir jagen aus Leidenschaft und aus Begeisterung für das jagdliche Handwerk.» Wir dürfen uns nicht verstecken, sondern offen und positiv kommunizieren. Stehen wir also zu unserem ebenso geliebten wie verantwortungsvoll gelebten Handwerk und zueinander!

Mit Weidmannsgruss,
Nina Gansner

Reportascha BKPJV el                        "Schweizer Jäger" 04-21

BUND & KANTONE

GRAUBÜNDEN

Volksabstimmung über die Zukunft der Jagd

 

Am 13. Juni 2021 kommt die «Initiative für eine naturverträgliche und ethische Jagd» als kantonale Abstimmungsvorlage vors Volk. Mit den Worten «wir müssen – è un nostro dovere – nus stuain» weist der seit Januar 2021 amtierende Zentralpräsident Tarzisi Caviezel auf die absolute Notwendigkeit hin, gemeinsam gegen die Initiative anzutreten. Jeder müsse nach seinen Kräften die Webetrommel gegen die am 13. Juni 2021 stattfindende Volksabstimmung zur «Initiative für eine naturverträgliche und ethische Jagd» kräftig rühren. Die jagdfeindliche Initiative zu unterschätzen würde sozusagen der Bereitschaft der Jägerschaft entsprechen, den ersten Jagdabschaffungsschritt hinzunehmen. Im Editorial der Märzausgabe der Zeitschrift «Bündner Jäger» führt Tarzisi Caviezel folgendes dazu aus: 

Die Adjektive «naturverträglich» und «ethisch» klingen sehr verführerisch für jene Stimmberechtigen, welche verunsichert und unschlüssig sind. Die Initianten wissen ganz genau, wie man auf Stimmenfang geht. Die Aussage «Jagdabschaffung» wird von ihnen vermieden. Aber genau um das geht es. Bei der Feb­ruardebatte im Grossen Rat habe ich hierzu Folgendes gesagt: «Mit dem Namen der Initiative wird signalisiert, dass die heutige Jagd weder naturverträglich sei noch einen hohen ethischen Standard habe. Es wird gezielt versucht, die Anerkennung und Wertschätzung der Jagd in der Bevölkerung zu schwächen. Dabei ist die heutige Bündner Jagd das Resultat einer langjährigen Optimierung und entspricht hohen ökologischen, wildbiologischen, tierschützerischen und sozioökonomischen Anforderungen.»

Die Gefolgschaft der Initianten ist nicht gross, aber eins und zielorientiert. Sind auch wir uns eins und zielorientiert, dann haben wir einen riesigen Vorsprung. Denn wir haben Argumente. Wenn wir diese bei Freunden, Nachbarn und Bekannten ohne Wenn und Aber einsetzen, dann wird schnell einmal enttarnt, dass es bei den Initianten keinesfalls um Naturverträglichkeit und Ethik geht, sondern um eine besessene Haltung einer kleinen Gruppe, welche die Bündner Jagd schrittweise abschaffen will. Auch hierzu habe ich mich im Grossen Rat geäussert und unter anderem unterstrichen: «Neben der Schädigung der Jagd als langjährige Tradition und wichtiges Kulturgut würde mit Annahme der Initiative unter anderem die fortschreitende Entfremdung der Kinder von der Natur und der Jagd gefördert. Langfristig würde ein Unverständnis für die Jagd und somit auch für die Aufgabenerfüllung durch die Jagd zu einer Schwächung der Jagd und in der Folge zu einer Schwächung des Tierschutzes sowie von Wald und Biodiversität führen. Bei der Jagd geht es, neben dem Erlegen von Tieren, zu einem grossen Teil auch um die Weitergabe eines Naturverständnisses und des Wissens über verschiedene jagdbare und nicht jagdbare Wildarten sowie über die Vielfalt unserer Fauna und Flora. Dieses Wissen wird von den Jägerinnen und Jägern ihren Kindern, Gotta­maitli und Göttibuaba, den Enkelkindern etc. weitergegeben.»

Wir müssen uns vereint wehren! Der Zentralvorstand will dazu als Vorbild funktionieren, sei es als Kampagnenleiter, aber auch als Lieferant von Argumentationen für alle Unterstützer. Hierzu erhalten alle Sektionsverantwortlichen Post, um unsere Mitglieder gezielt mit unserem Argumentarium auszustatten. Denn in den kommenden Monaten braucht es jede Sektionsstimme, sodass jedes Sektionsmitglied bis zum Abstimmungstag anhaltend erklären kann, warum diese Initiative eine trügerische Mogelpackung ist. Im Grossen Rat konnten wir als Vertreter der Bündner Jägerschaft überzeugen – die Unterstützung der Politik haben wir. Nun gilt es, einander mit voller Kraft zu unterstützen. Wir müssen!  

Tarzisi Caviezel, Zentralpräsident BKPJV

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Cefras da catscha 2020
Jagbezirk l Vorderrhein, WH BC Ueli Jörimann
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